September 8, 2019 15

Wie schreibe ich einen Lebenslauf?

Wie schreibe ich einen Lebenslauf?


Einfach mal schnell auflisten, was ich in
meinem Leben so bisher gemacht habe? Klingt ja erstmal ziemlich simpel, aber wie
soll das Ganze aussehen? Tabelle, Fließtext, welche Angaben müssen rein und
wo kommt eigentlich das Foto hin? Auch, wenn der Lebenslauf nicht an erster
Stelle deiner Bewerbung kommt, sondern erst nach dem Anschreiben, ist er doch in aller Regel das Erste, was sich Personaler anschauen. Das bedeutet für dich also, dass es deine erste Chance ist, von dir zu überzeugen – und die solltest du auf keinen Fall verspielen. Einen Lebenslauf zu erstellen, bedeutet nämlich
nicht nur, die wichtigsten Fakten lieblos zusammen zu schreiben.
Es geht um viel mehr. Nämlich um den Inhalt und um
die Auswahl des Designs sowie die Entscheidung zwischen einem sogenannten
chronologischen und einem antichronologischen Aufbau.
Nur einige von vielen Punkten, mit denen du dich beim Lebenslauf schreiben auseinandersetzen solltest. Wie du mit Lücken im Lebenslauf
umgehen solltest, verrate ich dir später. Schauen wir uns zunächst einmal das Äußere an.
Und hier gilt, weniger ist mehr. Auch wenn du sonst ein kreativer und flippiger Typ bist, solltest du beim Thema Design eher schlicht bleiben. Denk daran, dass dein zukünftiger Ausbilder
wahrscheinlich nur wenig Zeit für das Durchschauen deiner Bewerbung hat. Mit
deinem Lebenslauf möchte er sich einen schnellen Überblick über dich und deine
bisherigen Erfahrungen verschaffen. Ein zu verspieltes Layout könnte dabei
vom Wesentlichen, nämlich dem Inhalt, ablenken. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Bewirbst du dich für eine sehr kreative
Ausbildung, wie zum Beispiel zum Schauspieler oder zur Modedesignerin,
kannst du deine kreative Ader gerne schon etwas mehr durchblicken lassen.
Neben dem Design solltest du auch darauf achten, die richtige Länge für deinen
Lebenslauf zu haben. Grundsätzlich sollte der Umfang zwei
DIN-A4-Seiten nicht überschreiten. Wenn du dich für deine erste Ausbildung
direkt nach der Schule bewirbst, ist das wahrscheinlich deutlich weniger und das
ist auch gar nicht schlimm. Auch bei der Schriftart und Schriftgröße
gibt es einiges zu beachten. Dort gilt grundsätzlich, dass alles gut
lesbar sein sollte und du dich auf eine Schriftart beschränken solltest. Die am
häufigsten verwendete Schriftart ist Times New Roman – würde ich dir aber nicht
unbedingt empfehlen, wenn du dich von der Mehrheit abheben möchtest. Statt einer
Nullachtfünfzehn-Schriftart, solltest du dich für eine modernere Variante entscheiden, wie zum Beispiel
Cambria, Calibri, Helvetica oder auch Garamond. Das sind hervorragende Alternativen zu
allen todbenutzten Schriften. Bei der Schriftgröße solltest du nicht unter elf
oder maximal zehn gehen. Überschriften können gerne eine oder
zwei Schriftgrößen größer sein. Kursive, fett gedruckte oder unterstrichene
Schrift ist ebenfalls erlaubt. Vorausgesetzt, du übertreibst es nicht.
Du kannst beispielsweise die Überschriften fett schreiben.
Entscheide dich aber, wie bei der Schriftart auch, nur für eine Art von Hervorhebung, also bloß nicht
fett und kursiv und unterstrichen. Das Layout für deinen Lebenslauf hätten wir also nun schon mal geklärt. Schauen wir uns nun an, was in den Lebenslauf deiner Bewerbung gehört.
Auch, wenn schon länger darüber diskutiert wird, ob das Bewerbungsfoto
weggelassen werden kann, solltest du bei deiner Bewerbung doch
noch nicht darauf verzichten. Wichtig hierbei ist es, dass das Foto von einem
professionellen Fotografen geschossen wurde. Platzieren
kannst du es oben rechts oder oben links auf deinem Lebenslauf.
Falls du ein Deckblatt für deine Bewerbung hast, kannst du es auch darauf platzieren. Kommen wir jetzt zum eigentlichen Inhalt.
Und hierzu vorab: Dein Lebenslauf muss nicht so voll wie möglich aussehen.
Erwähne nur das, was für die Ausbildung wirklich relevant ist. So musst du zum
Beispiel nicht unbedingt erwähnen, was deine Eltern beruflich machen, wenn du
dich doch für die Ausbildung bewirbst. Folgende Angaben solltest du auf jeden
Fall machen. Erstens: persönliche Daten. Vor- und Nachname, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse sowie Geburtstag und Geburtsort gehören in jeden Lebenslauf.
Zweitens: die Schulbildung. Auf welcher Schule warst du und welchen Abschluss
hast du? Drittens: die Praxiserfahrung, beziehungsweise der berufliche Werdegang.
Konntest du bereits praktische Erfahrungen im relevanten Bereich sammeln? Viertens:
besondere Kenntnisse. Welche Sprachen sprichst du wie gut und welche
fachlichen Kenntnisse wie zum Beispiel Computer-Kenntnisse hast du?
Und fünftens: deine Interessen und Hobbys. Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Und darunter Datum und Unterschrift. Schauen wir uns die Hobbys noch einmal genauer an. Hobbys sind zwar kein Muss, aber sie ermöglichen es deinem zukünftigen
Ausbilder, sich bereits ein Bild von dir und deiner Persönlichkeit zu machen
und deine Vielseitigkeit zu entdecken. Schließlich zählen für die meisten
Unternehmen nicht nur deine fachlichen Qualifikationen, sondern auch, ob du
menschlich ins Team passt. Aber Vorsicht: Auch hier kannst du einiges
falsch machen. Da gibt es zunächst einmal die Standard-Hobbys Lesen, Musik hören, Fahrrad fahren, Joggen. Kann man auf jeden Fall rein
schreiben, wirklich spektakulär sind sie aber nicht. Dann gibt es noch die
Extremsportler unter euch. Basejumping, Freeclimbing oder
Cavediving – alles natürlich mega cool – aber damit zeigst du auch deine
sehr hohe Risikobereitschaft und den Drang zur Sensation. Bewirbst du dich
beispielsweise für einen Bürojob, in dem viel Routinearbeit ansteht, wird sich
der Personaler wahrscheinlich fragen, wie lange es wohl dauern wird, bis dir das
alles zu langweilig wird und du dir lieber etwas Neues suchst. Was du auf
keinen Fall angeben solltest, sind passive Hobbys. Klar, ich schaue auch gern
Netflix, aber in den Lebenslauf gehört es wirklich nicht rein. Damit assoziiert man
eher, dass du wenig Eigeninitiative ergreifst und nicht so wirklich der große
Teamplayer bist. Welche Hobbys soll ich denn nun erwähnen? Bei der Wahl der
Hobby-Angaben ist es eigentlich genauso wie bei dem Rest deines Lebenslaufs. Liste
nur dann etwas auf, wenn es einen Bezug zum Ausbildungsberuf hat. Dabei muss der
Bezug auch gar nicht immer so offensichtlich sein. Wichtig ist, welche
Rückschlüsse damit auf deine Person gemacht werden können. Nehmen wir das
Beispiel Kochen. Hat erstmal auf den ersten Blick nicht so viel mit der
Ausbildung zum Friseur zu tun. Kochen wird aber häufig in Verbindung mit
Geselligkeit, Offenheit und Kreativität gebracht. Du kochst ja auch sicherlich
auch gerne gemeinsam mit Freunden oder der Familie und hast Interesse daran, auch
mal neue Rezepte und Kombinationen auszuprobieren. Und das sind
alles Eigenschaften, die für den Job als Friseur gefragt sind. Du siehst also,
es ist alles eine Frage der richtigen Verpackung. Denk bei der
Auswahl deiner Hobbys auch mal gerne um die Ecke. Kommen wir zum Aufbau deines Lebenslaufs. Durchgesetzt hat sich der tabellarische Lebenslauf und
unterschieden wird er zwischen einem chronologischen und einem
antichronologischen Aufbau. Bei einem chronologischen Aufbau gibt es deine
einzelnen Stationen in zeitlich korrekter Reihenfolge wieder. Das bedeutet also,
dass die am längsten zurück liegenden Stationen ganz oben und die aktuellste
Station ganz unten steht. Bei einem antichronologischen Aufbau ist das genau anders herum. Dort steht das Aktuellste an erster
Stelle und je weiter man nach unten geht, desto älter werden die Angaben.
Beim chronologischen Aufbau kann es nun leicht passieren, dass das Wichtigste,
beispielsweise ein Praktikum, was du als Letztes gemacht hast, ganz nach unten oder
sogar auf die zweite Seite rutscht und vom Personaler gar nicht mehr richtig
wahrgenommen wird. Daher empfiehlt es sich, seinen
Lebenslauf antichronologisch aufzubauen. So kann man sofort auf den ersten Blick
erkennen, was du aktuell vorzuweisen hast. Kommen wir nun endlich zum Thema Lücken
im Lebenslauf. Kein angenehmes Thema. Den größten Fehler, den du aber hier machen
kannst, ist es, sie zu verschweigen und zu hoffen, dass es nicht auffällt. Ich
garantiere dir, es wird auffallen. Von einer wirklichen Lücke im Lebenslauf
spricht man übrigens erst, wenn der Zeitraum rund zwei Monate übersteigt.
Solche Lücken können durch Krankheiten Reisen oder schlichtweg eine
Arbeitslosigkeit entstehen. Was du hier machen solltest: Einfach ehrlich sein.
Bei einer länger andauernden Krankheit kannst du beispielsweise den Zeitraum
angeben und es als Auszeit aus gesundheitlichen Gründen formulieren.
Näher auf die Krankheit musst du gar nicht eingehen, da das eine private Sache
ist. Du kannst aber noch dazu schreiben, dass du mittlerweile wieder voll
einsatzfähig ist und die Zeit sogar genutzt hat, um beruflich up to date zu
bleiben, indem du beispielsweise Fachzeitschriften gelesen hast.
Vielleicht ist aber jetzt auch schon einige Zeit vergangen, seitdem du deinen
Schulabschluss hast, und du hast leider einfach noch nicht den richtigen
Ausbildungsplatz gefunden. Auch das wird in der Regel nicht übel
genommen, da der Berufseinstieg nie eine leichte
Sache ist. Auch hier solltest du zeigen, dass du in der Zeit nicht völlig untätig
warst. Vielleicht hast du ja sinnvolle Praktika gemacht oder einfach
im Unternehmen deines Vaters ausgeholfen. Und wenn du deine Auszeit
dazu genutzt hast, die Welt zu erkunden, kann das deiner Bewerbung zugute kommen,
da das zeigt, dass du entdeckungsfreudig und offen für neue Kulturen bist. Was
auch immer die schwarzen Löcher in deinem Lebenslauf verursacht hat, wichtig
ist, dass du ehrlich damit umgehst. Du musst dich ja auch nicht dafür
schämen. Du solltest dich bei den Lücken im Lebenslauf aber auf jeden Fall auf
Rückfragen im Vorstellungsgespräch einstellen und passende Antworten parat
haben. Du fragt dich jetzt nur noch, wie soll so ein Lebenslauf am besten
aussehen? Auf Ausbildung.de kannst du dir Muster und Vorlagen für deinen
Lebenslauf herunterladen. Du kannst dirauch mit dem Lebenslauf-
Generator deinen eigenen tabellarischen Lebenslauf erstellen. Klick einfach auf das i dafür. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Wenn du noch Fragen hast,
schreibe sie in die Kommentare. Wenn dir alles klar ist, keine Zeit
mehr verlieren, schreib deinen eigenen Lebenslauf und bewirb dich noch heute
auf Ausbildung.de.

15 Replies to “Wie schreibe ich einen Lebenslauf?”

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